Aus Gesprächen mit Kolleg*innen in den letzten Tagen sind Fragen im Hinblick auf das manchmal unmögliche Einhalten des Abstandes im Anfängerunterricht aufgetaucht. Ich habe nun versucht, für Euch ein paar praktische Tipps und Anregungen, basierend auf den Erfahrungen meiner Arbeit mit Anfänger*innen unter den gegebenen Covid-19 Hygiene- und Schutzmaßnahmen https://www.landesmusikschulen.at/images/Corona/Querfloete-Panfloete.pdf),  zusammenzufassen.

Generell

sollen sich die Flötist*innen im Raum so positionieren, dass alle in dieselbe Richtung blasen und zwei Meter voneinander entfernt stehen. Ein Schreibtisch oder Sessel o.ä. zwischen den Personen eignet sich als Gedächtnisstütze, damit man auch im Unterrichtseifer an die Abstandsregeln denkt.

Im Idealfall

steht ein Spiegel zur Verfügung - bestenfalls so breit, dass Schüler*in und Lehrer*in zwei Meter voneinander entfernt stehend eine große Spiegelfläche haben. Das bewährt sich beim Spiel in den ersten Stunden auch deshalb, weil die Schüler*in dann nicht spiegelverkehrt denken muss.

Bei schmalen Spiegeln kann sich die Schüler*in nahe an den Spiegel stellen und die Lehrer*in steht 2 Meter entfernt dahinter. Im Spiegelbild können sowohl Lehrer*innen als auch die Schüler*innen gut betrachten und beobachten.

Kann der Abstand zur Schüler*in nicht eingehalten werden,

weil Unterstützung bei beispielsweise Positionierung oder Handhabung des Instrumentes durch die Lehrer*in erforderlich ist, so ist es vor der Hilfestellung notwendig, sich die Hände erneut zu waschen, zu desinfizieren oder Einweghandschuhe zu verwenden und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Beim ersten Mal sollte man dem*der Schüler*in erklären, warum dies nun notwendig sei.

Stellt man sich vor den*die Schüler*in, so gibt man die Anweisung, dass erst gespielt werden darf, wenn man sich wieder ein Stück entfernt hat.

Befindet sich ein Spiegel im Raum, funktioniert es auch, dass die Lehrer*in hinter der Schüler*in steht und bei Haltung, Ansatz oder Positionierung von Fingern und Mundstück hilft und somit besser vor dem Luftstrom nach vorne geschützt ist.

Der Einsatz des Pneumo Pro

erweist sich gerade beim Querflötenunterricht auf Abstand als sehr hilfreich. Spielt der*die Lehrer*in  damit, wird für die Schüler*in die Luftstromrichtung durch das Drehen der kleinen Windräder sichtbar. Spielt die Schüler*in darauf, wird zudem noch das Gefühl eines stärkeren Luftstroms gefördert. Gibt man dem*der Schüler*in den Pneumo Pro, ist allerdings auf eine gründliche Desinfektion zu achten.

Die Dokumentation der Hausübung

kann je nach Alter von dem*der Schüler*in selbst aufgeschrieben werden oder man fotografiert die Aufzeichnungen der Lehrer*in und verschickt diese.

Fernunterricht

wird bei einigen Anfänger*innen überraschend gut funktionieren, bei anderen wiederrum wird man nach weiteren kreativen Überbrückungsmöglichkeiten suchen müssen. Ich denke da z. B. an „Klanggeschichten“, „Notenrätsel“ und dergleichen.

Soweit ein paar Empfehlungen meinerseits zur neuen Normalität im Anfängerunterricht. Gerne könnt Ihr noch Fragen, Erfahrungen, Tipps und Tricks eurerseits für unsere Fachgruppe an mich richten und ich stelle diese auf unsere Flötenhomepage: https://floeten.landesmusikschulen.at/ 

Bleibt gesund,

Claudia Nagl